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Weitere CDs mit Werken Siegfried Wagners 

Die seit 1994 produzierte CD-Reihe der Firma cpo unter der musikalischen Leitung von Werner Andreas Albert umfasst bislang sieben CDs mit Orchesterwerken – Ouvertüren, Vor- und Zwischenspielen aus den Opern und den sinfonischen Kompositionen – Siegfried Wagners (7 CDs im Schuber) sowie eine achte mit Mezzo- und Alt-Szenen, interpretiert von Iris Vermillion. 2001 folgten als neunte Aufnahmen mit dem Bariton Roman Trekel (s.u.) und für 2002 sind zwei weitere Produktionen mit der Sopranistin Dagmar Schellenberger und dem Tenor Thorsten Scharnke geplant – ebenfalls mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem WDR Rundfunkchor unter der musikalischen Leitung von Werner Andreas Albert.

 
Preis der Deutschen Schallplattenkritik für Siegfried-Wagner-CD

Die cpo-Produktion mit Szenen aus Opern Siegfried Wagners, interpretiert von Ks. Roman Trekel, dem WDR Rundfunkchor Köln und dem WDR Sinfonieorchester Köln unter der musikalischen Leitung von Werner Andreas Albert wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2001 ausgezeichnet. Wir gratulieren !

 
Aufnahmen des Siegfried Wagner-Schallarchivs auf CD

Die Aufnahmen des Siegfried Wagner-Schallarchivs, die Mitgliedern für private Zwecke zur Verfügung gestellt werden können, sind nun in AAD- bzw. ADD-Qualität auf CD erhältlich. 

 
Zum Tode von Martha Mödl

Unser langjähriges Mitglied, Frau Ks. Martha Mödl ist am 17. Dezember 2001 in Stuttgart im Alter von 89 Jahren verstorben. Stets war die bekannte Wagner- und Strauss-Interpretin gerne bereit, sich für das Oeuvre Siegfried Wagners einzusetzen, der nach ihrer Meinung das Pech hatte, »der Sohn Richard Wagners und der Vater Wieland Wagners zu sein«.

Martha Mödl gestaltete am 23.11.1975 bei der Londoner Erstaufführung des Friedensengel in der Queen Elizabeth Hall die Frau Kathrin, bei den Siegfried Wagner-Tagen 1977 in Wiesbaden sang sie in einer Matinee in der Villa Clementine, am Klavier begleitet von GMD Siegfried Köhler, die Ballade der Urme aus Bruder Lustig und die Szene der Frau Kathrin aus dem ersten Akt Der Friedensengel. Bei den Siegfried Wagner Tagen 1979 in Wiesbaden gestaltete sie in der Wiesbadener Erstaufführung der Sonnenflammen die Eustachia. Eine weitere Partie Siegfried Wagners, die Martha Mödl studiert, aber – infolge der kurzfristigen Absage der für die Spielzeit 1982/83 am Städtebundtheater Hof für Hof und Bayreuth angekündigten Produktion – nie auf der Bühne realisiert hat, ist Frieders Mutter in An Allem ist Hütchen Schuld ! Auch ihre Mitwirkung bei der Kölner Siegfried Wagner-Woche im Oktober 2001 hatte Martha Mödl freudig zugesagt. Vorgesehen war sie für eine Podiumsdiskussion »Siegfried Wagner singen«, mit namhaften Interpreten der Operngestalten Siegfried Wagners. Aber am Vormittag des 20.10.2001 musste der Diskussionsleiter bereits von der schweren Erkrankung Martha Mödls berichten; das Auditorium lauschte Martha Mödl in einer Szene der Kathrin aus dem Mitschnitt des Londoner Friedensengel und sandte Genesungswünsche – leider ohne Wirkung.

Der großen Wagner-Interpretin war mindestens zweimal in ihrem Leben böse mitgespielt worden: Der Tatsache, dass sie – auf Empfehlung eines Finanzberaters – ihr gesamtes Vermögen in Flugzeugpapieren angelegt und verloren hatte, verdankten die Freunde ihrer Gesangs- und Darstellungskunst Martha Mödls Comeback im Altfach, zunächst als Waltraute in der »Götterdämmerung«. Rollen alter Frauen, wie der Küsterin in »Jenufa« oder der  Gräfin in »Pique Dame« verkörperte sie noch bis Anfang des Jahres 2001 auf den Bühnen des In- und Auslands. Dann hatte eine Bodenspekulantin begonnen, sie aus ihrem Domizil, einer Villa im Münchner Stadtteil Grünwald, wo sie seit 30 Jahren zur Miete lebte, zu vertreiben: zunächst ließ die Spekulantin 50 (!) Bäume rund um das Haus fällen und die Fenster für zwei Tage verdunkeln. Dann drohte sie Frau Mödl und ihrer körperbehinderten Mitbewohnerin mit der Abrissbirne, unabhängig davon, ob die Damen vorher ausgezogen wären oder nicht. Notgedrungen übersiedelte Martha Mödl in ein Seniorenheim, bekam dort einen Darmverschluss und lag für zwölf Tage im Koma; wiedererwacht, folgte ein Schlaganfall. Dennoch bewies sie ihren Willen zum Leben und lernte in Stuttgart, betreut von einem Vetter, erneut das Sprechen und Gehen. Am 17. Dezember erlag sie den Folgen ihrer Krankheit.

Für alle, die Martha Mödl auf der Bühne erlebt haben, wird ihre intensive Gestaltung unvergesslich bleiben; Martha Mödls Stimme aber war dank zahlreicher Tondokumente schon zu Lebzeiten der Sängerin unsterblich.


Peter P. Pachl 

 
Tobias Knaup  † 

Unerwartet ist unser Mitglied, der junge Komponist und Dirigent Tobias Knaup, in der Nacht nach seinem erfolgreichen Orchesterkonzert in Marienbad, am 2. November 2001, auf tragische Weise ums Leben gekommen. Wir haben ihn erst kürzlich bei den Proben zur Uraufführung der Oper Die heilige Linde – als Assistent von Werner Andreas Albert –  sowie als Teilnehmer am ersten internationalen Siegfried Wagner-Symposion in Köln erlebt. Der Tod des jungen, sympathischen Musikers trifft uns sehr. Er wird in unseren Erinnerungen ebenso fortleben wie in seiner Klavierinterpretation der Oper Die heilige Linde, die er unter der Leitung von Werner Andreas Albert als Orientierung für die beteiligten Solisten eingespielt hat; sie wurde vom WDR in kleiner Auflage auf CD hergestellt – Freunde können sie über die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft e.V. beziehen.

 
Live-Übertragung der Heiligen Linde war gestört 

Zahlreiche Hörer waren verärgert, weil die Live-Übertragung der konzertanten Uraufführung der Oper Die heilige Linde am 19. Oktober 2001 durch einen technischen Defekt auf dem (kurzen) Weg zwischen Philharmonie und dem Sendegebäude des WDR erheblich beeinträchtigt wurde. Wie zu erfahren war, hätte der Fehler schnell und leicht behoben werden können, wenn – nur einer der anwesenden Techniker zugehört hätte … Die Sendung soll nun 2002 wieder- oder eigentlich: nachgeholt werden, möglicherweise erfolgt zuvor auch eine internationale Ausstrahlung über die EBU. Wir werden Sie so bald wie möglich in unserer Rubrik Termine bzw. die Abonennten des Newsletters per eMail hierüber informieren – natürlich auch über die ebenfalls für 2002 angekündigte Publikation der CD bei cpo. 

 
Korrespondenz Siegfried Wagner – Dr. Salomon entdeckt 

Ende November 2001 entdeckte Peter W. Landé, Mitarbeiter am Holocaust Memorial Museum, Washington, D.C., USA, einen Teil des Briefwechsels von Siegfried Wagner mit Dr. Salomon, seinerzeit Rabbiner in Bayreuth, sowie weitere Dokumente aus den Jahren 1924/25 im Archiv seines Instituts; er übersandte dankenswerterweise Kopien der Schriftstücke, die wir nun hier erstmals veröffentlichen können.

 
Wie Gregor Piatigorsky Siegfried Wagner begegnete

 

In seinen Memoiren »Mein Cello und ich und unsere Begegnungen« (New York 1965; München 1975) erzählt der russische Cellist Gregor Piatigorsky (1903 – 1976) zahlreiche amüsante Anekdoten aus seinem Leben; Ulrike Frohn, Wakefield/England, machte uns auf das Kapitel »Wo ist der Cello-Kratzer?« mit der nachfolgenden kurzen Episode aus der Zeit seines Engagements am Berliner Philharmonischen Orchester  aufmerksam:
  • Aber es verging kaum ein Tag ohne irgendeine Überraschung. Eines Morgens fand eine Probe statt: Wagner, dirigiert von Wagner. Nicht von Richard natürlich, sondern von seinem Sohn Siegfried. Auf jeden Fall kam es für mich ebenso unerwartet, als hätte ich in Rußland irgendeinmal den Bruder Tschaikowskijs kennengelernt. Ich hatte das Gefühl, einem nahezu prähistorischen Menschen zu begegnen. Siegfried Wagner war ein freundlicher Mann, ungefähr fünfundfünfzig Jahre alt; er dirigierte höflich, als ob er sich dabei entschuldigen wollte, seines Vaters sowie seine eigene Musik. Ich fand, dass seine Ouvertüre mit dem Titel An Allem ist Hütchen Schuld ! Charme besaß, aber er tat mir leid, wenn er von Richard Wagner sprach. »Mein Vater hätte hier ein wenig mehr Kraft gewollt«, oder: »An dieser Stelle hätte er weniger diminuendo gewünscht.« Ich erwartete bei ihm in jedem Moment, dass er sich auf seinen Papa berief.

 
Clement Harris

Lieder von Siegfried Wagner und Clement Harris in Wahnfried

In einer Festspiel-Soirée am 20. August 2001 wurden erstmals Lieder von Siegfried Wagner und Clement Harris einem öffentlichen Publikum in Wahnfried vorgestellt. Am Klavier begleitet von Wenke Messner trug Susanne Beyer Romantische Lieder des frühen 20. Jahrhunderts vor. Leider musste sich die Sopranistin als indisponiert ankündigen lassen, aber unangenehmer als die Folgen einer Erkältung fielen bei der Sängerin Intonationsschwierigkeiten ins Gewicht. Besser gefiel die Pianistin, die selbst durch das Programm führte, das auch Lieder von Richard Wagner, Hans Pfitzner, Alexander von Zemlinsky und Alban Berg enthielt.

Die Noten der im Druck nicht erhältlichen Kompositionen von Siegfried Wagner und Clement Harris hatte der frühere Präsident der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e.V., MD Konrad Bach, zur Verfügung gestellt … womit – über Umwege – die ISWG auch der Urheber dieser Wahnfried-Erstaufführung war.
 

Gesamteinspielung der Klavierwerke von Clement Harris

Über fünf Jahre lang hat sich Prof. Ulrich Urban intensiv mit dem pianistischen Schaffen von Clement Harris auseinandergesetzt. Auszugsweise hat er Harris' Werke auch immer wieder in die Programme seiner Klavierabende integriert. Am 3. und 4. Februar 2001 erfolgte nunmehr seine Gesamteinspielung von Harris' Klavierwerken für den MDR Leipzig. Urban bezeichnet diese für den Pianisten überaus schwierigen Werke als wichtigstes pianistisches Bindeglied zwischen Romantik und Moderne. Die CD-Erstveröffentlichung, ergänzt um weitere Kammermusik und Lieder von Siegfried Wagners Jugendfreund, steht bevor.
 

Gedenkkonzert für Clement Harris in Athen

Clement Harris: »Paradise Lost«

Clement Harris: »Paradise Lost«

Wie der Redaktion erst jetzt bekannt wurde, fand am 24. Januar 1997 in Athen ein Gedenkkonzert zum 100. Todestag von Clement Harris statt. Auf dem gemeinsam vom British Council und der Musikabteilung der Universität Athen veranstalteten und auch vom griechischen Rundfunk übertragenen Programm standen Clement Harris' Symphonisches Poem »Paradise Lost«, seine Klavierstücke »Il Penseroso« sowie seine zwei Meerlieder. Den Gedenkvortrag hielt Prof. Ion Zotos.

 

CD mit Siegfried Wagner, Clement Harris und Max von Schillings

Konrad Bach, Präsident der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e.V., hat mit dem Thüringischen Sinfonie Orchester eine CD bei Marco Polo eingespielt, die – neben den Kompositionen »Kassandra« und »Das Eleusische Fest«  von Max von Schillings – Siegfried Wagners sinfonische Dichtung Sehnsucht und Clement Harris’ »Paradise Lost« sowie den »Festival March« vereint.  

 
Siegfried Wagner auf einer Gedenkmedaille 

Eine besondere Rarität hat unser Mitglied Hans-Ulrich Driesch erworben: die Medaille mit 60 Millimeter Durchmesser o.J. (nach 1930) stammt aus der Prägeanstalt L. Chr. Lauer in Nürnberg. Sie zeigt Brustbilder der Komponisten Siegfried Wagner und Richard Wagner, mit der rückseitigen Ansicht des Festspielhauses und der Umschrift »Dem großen Meister und seinem Sohn zum Gedächtnis«:
 

»Dem großen Meister und seinem Sohn zum Gedächtnis«
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