Unter dem Titel »Ich bereue nicht!« wird am Dienstag, den 25. Juli 2012, die bereits fünfte Siegfried Wagner-Ausstellung in Folge bei Steingraeber und Söhne in Bayreuth eröffnet und hat diesmal wiederum ein Opernwerk des Komponisten – Banadietrich – zum Thema.
In der Ankündigung heißt es: Siegfried Wagners Banadietrich (1909) gilt als jene Oper des Komponisten, deren Sujet am nächsten an die Themenkreise des Vaters heranreicht. Die Handlung rankt sich frei um Dietrich von Bern und verbindet Teile der historischen Dietrich-Epik mit einer wendischen Sage, nach der der gebannte Dietrich als wilder Jäger erscheint, gesellt ihm eine Nixe als Gattin hinzu und verwickelt ihn in eine an Faust und Mephisto erinnernde Beziehung zu Raunerath, dem Teufel. Die Oper wurde am 23. Januar 1910 im Großherzoglichen Hoftheater zu Karlsruhe uraufgeführt und kam kurz darauf auch in Brünn und Magdeburg heraus, in der nachfolgenden Saison 1910/11 folgten Inszenierungen in Bremen, Elberfeld, Prag und Zwickau; 1911/12 stand Banadietrich an der Hofoper in Wien und in Teplitz-Schönau auf dem Programm, 1913 in Dessau, 1929 in Weimar und 1942 durch das Ensemble der Kölner Oper in Baden-Baden. Die jüngste Aufführung erfolgte 1995 bei den Ruldolstädter Festspielen in Rudolstadt und in Bayreuth; von dieser Produktion stammt auch die Gesamtaufnahme auf CD. Siegfried Wagner selbst befand, ihm sei nie zuvor eine so einfach strukturierte Handlung gelungen; tatsächlich lässt sich die Geschichte in einem Satz zusammenfassen: Dietrich verschreibt sich während einer Schlacht dem Teufel, indem er seine Liebe verrät, lacht in der Kirche, wird daraufhin gebannt und trotzt am Ende dem Tod und sogar Gott selbst – bis ihn der Ruf der Liebe zur Erlösung führt. Betrachtet man jedoch die einzelnen Komponenten der Oper genauer und bringt sie in zeitgeschichtlichen Zusammenhang, entdeckt man ein Staunen erregend komplexes Werk voller Deutungsmöglichkeiten zwischen Heldenverklärung und -verdammnis, zwischen Volksopernton und psychologischer Märchendeutung, zwischen Sehnsucht nach einem deutschen Nationalstaat und innerem Widerstand gegen den Zeitgeist.
Die Ausstellung dokumentiert die Entstehungs- und Aufführungsgeschichte dieser Oper in zahlreichen Bildern, inklusive des Entwurfs von Wieland Wagner, sowie mit Musik- und Videobeispielen. Kuratoren der Ausstellung sind Achim Bahr und Prof. Dr. Peter P. Pachl in Zusammenarbeit mit Daniela Klotz und Skarlett Röhner, der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e. V. und dem pianopianissimo-musiktheater. Zur Vernissage am 25. Juli 2012 um 12:30 Uhr singt Rebecca Broberg, am Flügel begleitet von Hans Martin Graebner, Lieder von Siegfried Wagner, die Themen aus Banadietrich vorwegnehmen oder zitieren, sowie Schwanweiß Abschied aus dem zweiten Akt und den Schluss der Oper.
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